Ortsführung zum Jahresende

Fast 100 Interessierte, viele davon auch aus der näheren Umgebung, folgten am Sylvesternachmittag der Einladung von Organist Ditmar Lange und Ortsheimatpfleger Rainer Geesmann zu einem Dorfspaziergang, um die mittelalterliche Geschichte der ehemaligen Stadt aufleben zu lassen. Dietmar Lange ließ zunächst am Treffpunkt Dorfmitte die Historie Revue passieren, Rainer Geesmann erklärte die Entstehung des Ortes, der zum kurkölnischen Sauerland gehörte und 1072 erstmals urkundlich erwähnt wird. Der anschließende Rundgang führte zur Stadtmauer in der Kirchstraße, hier stand das "Obere Tor", in dem sich auch ein Zwinger befand. Weiter ging es zum Hahneknapp, dort hat nachweislich eine Burg gestanden, von der die Bürger weit ins Land blicken und frühzeitig anrückende Feinde erkennen konnten. 1368 erfolgte die Auflösung der Burg, da sie wegen kriegerischen Auseinandersetzungen keine Bedeutung mehr hatte. Von dieser Stelle aus kann auch das Wasserschloss Körtlinghausen eingesehen werden. Zunächst von einer Familie von Weichs, die aus Bayern stammte, Anfang 1700 von der Ritterburg zum Schloß umgebaut, ging es später durch Heirat in das Geschlecht derer von Fürstenberg über. Heute ist es das markanteste Barockschloss in Westfalen. In der Kirche erklärte Dietmar Lange deren Geschichte. 1722 ist der 42 Meter hohe Turm eingeweiht, von ihm kann der Besucher an klaren Tagen auch das Hermannsdenkmal erspähen. Ein pfiffiger Kallenhardter habe einmal einem neugierigen Gast erzählt, dass er den Hermann am Besten sehen könne, wenn er am Mittag sein Schwert von der rechten in die linke Hand wechsele, gaben Lange und Geesmann zum Besten. Die Schule, in den letzten Kriegstagen noch zerstört, ist 1949 neu gebaut worden, Schulmeister waren damals „Leute mit körperlicher Unbrauchbarkeit“, wie es in den Annalen steht. Im Rathaus aus dem 13. Jahrhundert erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Schützenbruderschaft von 1556, das Holzrecht und den Schnadegang. In der Kirche ließen Josef und Wilfried Schmidt noch einmal die Glocken per Hand erklingen, dem sogenannten Beiern, das Amt hatte früher jahrzehntelang ihre Familie. Der Nachmittag endete mit einem kleinen Umtrunk im Romantikhotel Knippschild, wo die beiden Initiatoren ihren Gästen die Ursprünge der Gastronomie und das Postwesen in Kallenhardt erklärten.   
 


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