Heute Beiern zu Pfingsten
Beiern bezeichnet das manuelle Anschlagen von Kirchenglocken in örtlich überlieferten, festgelegten Rhythmen. Dies steht im Gegensatz zum herkömmlichen Läuten der Glocke durch Schwingen. Die Melodien, die – abhängig von der Anzahl der vorhandenen Glocken – variieren, entstehen durch das gezielte Anschlagen der Klöppel. Diese werden über Seilzüge per Hand oder Fuß gegen den Schlagring, die dickste Stelle der Glocke, geführt. Auch andere Schlaghilfen wie Holzhämmer können dabei zum Einsatz kommen. Bei einer größeren Zahl an Glocken kommen zudem Hebel zum Einsatz, die wie eine Klaviatur angeordnet sind; diese wird auch Stockenklavier genannt.
Zum Pfingstfest wird diese jahrhundertealte, besonders im Nordwesten Europas verbreitete Tradition in Kallenhardt wieder lebendig. Das heutige Beiern lässt die festlichen Klänge erklingen, die seit Generationen zu hohen kirchlichen Feiertagen gehören – ein hörbares Zeichen unserer lebendigen Dorfkultur und des gemeinsamen Feierns.